Sauna nackt oder mit Kleidung — Regeln & Etikette 2026

Sauna nackt oder mit Kleidung — Regeln und Etikette in der deutschen Sauna Deutsche Saunakultur: Nacktheit ist Tradition — aber es gibt klare Regeln, die jeder kennen sollte.
💡 Gut zu wissen: In Deutschland ist Nacktheit in der Sauna die Regel, keine Ausnahme — in rund 90 % aller öffentlichen Saunanlagen ist Badekleidung verboten oder zumindest unerwünscht. Das hat handfeste hygienische und gesundheitliche Gründe. Wer das erste Mal in eine Sauna geht, findet hier alle Regeln, Hintergründe und praktische Tipps.

Die erste Frage, die fast alle Saunaneueinsteiger stellen, lautet: „Muss ich da wirklich nackt rein?" Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Saunabesuch — das Unbehagen vor der Umkleidekabine, das leichte Zögern vor der Saunatür. Und dann: nach etwa drei Minuten im heißen Holzraum war das Thema schlicht irrelevant. Alle saßen schweigend auf ihren Handtüchern, niemand schaute hin, und der einzige Gedanke war: Wie lange halte ich das noch aus?

Die Frage „Nackt oder bekleidet?" ist in Deutschland tatsächlich eine kulturelle, keine rein persönliche. Deutsche Saunakultur hat klare Regeln — und die weichen erheblich von internationalen Gepflogenheiten ab. Wer das versteht, betritt die Sauna selbstbewusster und macht keine peinlichen Fehler. In diesem Artikel erkläre ich alles: warum Nacktheit in der deutschen Sauna Norm ist, wann Textilsauna erlaubt ist, welche Rolle das Saunatuch spielt, wie der internationale Vergleich aussieht, und wie Anfänger die erste Hemmschwelle überwinden.

🧖 Warum nackt? — Die echten Gründe hinter der Regel

Nacktheit in der Sauna ist keine deutsche Spinnerei und kein puritanischer Gegenentwurf zur Prüderie — sie hat handfeste, sachliche Begründungen, die sich aus den physiologischen Grundlagen des Saunierens ergeben. Wer diese Gründe kennt, versteht sofort, warum Badekleidung in der klassischen finnischen Sauna schlicht kontraproduktiv ist.

Hygiene: Textilien als Keimschleuder

Badekleidung aus Nylon, Polyester oder Elasthan saugt Schweiß auf und hält ihn im Stoff — ein warmes, feuchtes Milieu, das Bakterien, Pilze und Keime geradezu einlädt, sich zu vermehren. Wer seine Badehose mit in die Sauna nimmt, sitzt in einem feuchten, keimbeladenen Stoffstück bei 80–95 °C — und trägt diese Keime anschließend in Pool, Dampfbad und Dusche weiter. Das ist der Hauptgrund, warum in deutschen Saunanlagen Badekleidung nicht nur unerwünscht, sondern oft explizit verboten ist. Das Saunatuch unter dem Körper übernimmt die Hygienefunktion — sauber, trockenbar, waschbar.

Schwitzen: Der Körper braucht freie Haut

Die gesundheitliche Wirkung der Sauna basiert maßgeblich auf dem Schwitzen über die gesamte Körperoberfläche. Kleidung behindert diesen Prozess: Sie verlangsamt die Schweißabgabe, staut Wärme ungleichmäßig und verhindert, dass die Verdunstungskühlung nach der Sauna effizient funktioniert. Wer vollständig nackt schwitzt, profitiert von der vollen Kreislauf- und Entgiftungswirkung. Textilien auf der Haut sind schlicht eine physikalische Barriere zwischen Körper und Heilhitze.

Tradition: Eine Jahrtausende alte Praxis

In der finnischen Sauna-Tradition — von der finnischen Sauna als UNESCO-Weltkulturerbe — war Nacktheit stets selbstverständlich. Sauna war Ort der Reinigung, der Heilung und des gemeinsamen Entspannens — in der Familie, in der Gemeinschaft, ohne Standesunterschiede. Diese Gleichheit ohne Kleidung hat bis heute Symbolcharakter: In der Sauna ist jeder gleich, ohne Statussymbole, ohne soziale Distinktion.

💡 Gut zu wissen: Was viele nicht wissen — in Deutschland ist Nacktbaden in der Sauna rechtlich durch Hausordnungen geregelt, nicht durch Gesetze. Ein Saunabetreiber darf Badekleidung verbieten und tut das aus Hygienegründen in den meisten Fällen auch. Wer mit Badehose in eine Nacktsauna eindringt, riskiert des Platzes verwiesen zu werden — kein Spaß.

🔥 Deutsche FKK-Tradition — Ein kulturelles Erbe

Deutschland gilt international als eines der FKK-freundlichsten Länder der Welt — und das hat historische Wurzeln, die weit über die Sauna hinausgehen. Die Freikörperkultur-Bewegung (FKK) entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland als Reaktion auf Industrialisierung und Urbanisierung: zurück zur Natur, zur Körperlichkeit, zur Schamlosigkeit im ursprünglichen Sinne. Diese Bewegung prägte das deutsche Verhältnis zum nackten Körper bis heute — er gilt als natürlich, nicht als anstößig.

In der Sauna spiegelt sich diese Haltung deutlich wider. Während in vielen anderen Ländern die Trennung von öffentlicher Nacktheit und Intimsphäre strikt ist, empfinden Deutsche gemeinschaftliche Nacktheit in entsprechenden Kontexten — Sauna, FKK-Strand, Naturismus-Verein — als völlig normal. Das erklärt auch, warum gemischte Saunas (Männer und Frauen zusammen) in Deutschland Standard sind, während sie in vielen Ländern undenkbar wären.

Diese kulturelle Prägung hat direkte Auswirkungen auf die Saunaregeln: Die Nacktpflicht in deutschen Saunas ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer gesellschaftlichen Übereinkunft. Wer als Ausländer zum ersten Mal in eine deutsche Sauna geht, ist oft überrascht — für Deutsche ist es das Natürlichste der Welt. In öffentlichen Bädern und Wellnesszentren wird die Nacktpflicht auch aktiv durchgesetzt: Bademeister sprechen Gäste mit Badekleidung in der Sauna an.

Aus meiner Erfahrung nach vielen Saunabesuchen im In- und Ausland ist dieser kulturelle Unterschied real und spürbar. In Deutschland herrscht in der Sauna eine entspannte, sachliche Atmosphäre ohne voyeuristische Grundspannung — weil Nacktheit schlicht zur Selbstverständlichkeit gehört. Das macht die deutsche Sauna zu einem der entspanntesten Wellnesserlebnisse überhaupt.

Textilsauna — die bekleidete Alternative mit Badekleidung Textilsauna — die bekleidete Alternative

🏊 Textilsauna — Wann ist Badekleidung erlaubt?

Nicht jede Sauna in Deutschland ist eine Nacktsauna. Es gibt klar definierte Bereiche und Anlagen, in denen Badekleidung ausdrücklich erlaubt oder sogar vorgeschrieben ist. Wer mit Kindern, in gemischten Gruppen oder einfach mit Anfängern in die Sauna geht, findet mit der Textilsauna eine gute Alternative — ohne auf die Wärme-Wirkung verzichten zu müssen.

Wo Textilsauna Standard ist

Freibäder und Hallenbäder mit angeschlossenem Saunabereich erlauben oft Badekleidung — besonders in Familienbädern, wo Kinder dabei sind. Hier ist die Textilsauna die Norm, nicht die Ausnahme. Die Temperaturen liegen in der Regel etwas niedriger (60–75 °C), der Fokus liegt auf Entspannung im Familiensetting, weniger auf dem intensiven Schwitzritual.

Hotelsaunen — besonders internationale Hotelketten — sind häufig Textilsaunen, weil ihre Gäste aus aller Welt kommen und unterschiedliche Erwartungen mitbringen. Ein nordamerikanischer oder asiatischer Gast würde eine Nacktsauna ohne Vorwarnung als Kulturschock erleben.

Gemischte Wellnessbereiche mit Pool und Saunalandschaft nebeneinander erlauben oft beide Varianten: Badekleidung im Poolbereich, Nacktheit im Saunabereich. Es lohnt sich immer, die Hausordnung zu lesen.

Unterschied zur klassischen Finnischen Sauna

Die klassische finnische Aufgusssauna bei 80–95 °C ist in deutschen Wellnessanlagen fast immer eine Nacktsauna. Das ist kein Zufall: Bei diesen Temperaturen wäre synthetische Badekleidung nicht nur unhygienisch, sondern im Extremfall sogar gefährlich — Kunstfasern wie Nylon können sich bei sehr hohen Temperaturen und Dampfkontakt im schlimmsten Fall mit der Haut verbinden. Beim Aufguss-Ritual entstehen kurzzeitig sehr hohe Hitze- und Dampfspitzen, die Kleidung noch problematischer machen.

Die Bio-Sauna (Sanarium) mit 50–65 °C und höherer Luftfeuchtigkeit ist oft eine Grauzone — manche Betreiber erlauben hier leichte Badekleidung, andere nicht. Im Zweifel an der Rezeption nachfragen.

Infrarotsauna: Sonderfall Textil erlaubt

Die Infrarotsauna ist ein Sonderfall: Da sie mit Infrarotstrahlung (keine Saunasteine, kein Aufguss) bei niedrigeren Temperaturen von 35–55 °C arbeitet, ist Badekleidung hier problemlos möglich und wird von vielen Herstellern sogar empfohlen. Wer also Badekleidung bevorzugt und trotzdem infrarot-basierte Wärmebehandlung möchte, ist in der Infrarotsauna gut aufgehoben. Für das klassische Saunaerlebnis mit Aufguss und intensivem Schwitzen ist sie aber kein Ersatz.

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📋 Das Saunatuch — Pflicht in jeder Sauna

Das Handtuch als unverzichtbarer Begleiter in der Sauna Das Handtuch als unverzichtbarer Begleiter

Wenn es in der deutschen Sauna eine einzige absolute Pflicht gibt — nicht verhandelbar, in jeder Anlage, egal ob Nacktsauna oder Textilsauna — dann ist es das Saunatuch. Ohne Saunatuch betritt man in Deutschland keine Sauna. Punkt. Wer das nicht weiß, wird unmittelbar darauf hingewiesen — oder des Platzes verwiesen.

Wozu dient das Saunatuch?

Das Saunatuch wird vollständig auf der Saunabank ausgebreitet — so dass Körper und Bank keinen direkten Kontakt haben. Es fängt den Schweiß auf und verhindert, dass dieser ins Holz der Bänke zieht. Ohne Saunatuch würden die Holzbänke innerhalb kurzer Zeit von Schweißrückständen, Salzen und Keimen durchzogen sein — ein hygienischer Albtraum. Das Tuch schützt also nicht nur die anderen Saunagäste, sondern auch dich selbst.

Ein wichtiges Detail, das viele Anfänger falsch machen: Das Saunatuch muss die gesamte Fläche abdecken, auf der du sitzt oder liegst — also von Kopf bis Fuß. Nur ein kleines Handtuch unter dem Hintern reicht nicht. Die Bänke in deutschen Saunas sind lang, und erfahrene Saunagänger werden dich freundlich, aber bestimmt darauf hinweisen, wenn dein Tuch zu kurz ist.

Welches Saunatuch ist das beste?

Ein gutes Saunatuch muss mehrere Anforderungen erfüllen: Es sollte mindestens 70 × 200 cm groß sein, damit man auch liegend vollständig bedeckt ist. Material: Baumwollfrottee oder Leinen sind ideal — sie sind saugfähig, schnell trocknend und nach jedem Besuch bei 60 °C waschbar. Mikrofaser-Tücher trocknen zwar schneller, sind aber weniger saugfähig und weniger angenehm auf der Haut.

Für häufige Saunagänger empfehle ich ein Set aus 2–3 Saunatüchern, damit immer ein frisches zur Hand ist. Wer regelmäßig in Wellnesshotels reist, profitiert von einem kompakten, leicht rollbaren Tuch, das wenig Platz im Koffer braucht.

💡 Gut zu wissen: Das Saunatuch ist auch ein sozialer Signalgeber. Wer sein Tuch ordentlich ausbreitet, vor dem Platznehmen die Bank sauber hält und beim Verlassen das Tuch zusammenfaltet, zeigt Respekt gegenüber anderen Gästen — und wird entsprechend respektiert. In der Sauna-Etikette hat das Saunatuch eine Doppelfunktion: Hygiene und Höflichkeit.

💡 Sauna-Etikette: Die wichtigsten Verhaltensregeln

Über die Nacktheits-Frage hinaus gibt es eine ganze Reihe ungeschriebener (und manchmal auch geschriebener) Regeln, die den Unterschied zwischen einem angenehmen und einem unangenehmen Saunaerlebnis machen. Ich fasse die wichtigsten zusammen — nicht als Moralin, sondern als praktische Orientierung.

🚿 Duschen vor der Sauna

Vor dem ersten Saunagang immer duschen. Das entfernt Kosmetika, Parfüm, Sonnencreme und Schweiß von der Haut und bereitet die Poren auf das Schwitzen vor. Außerdem ist es schlicht Rücksicht auf die anderen Gäste: Parfümreste in der heißen Saunaluft sind für viele unangenehm. Hinzu kommt, dass Kosmetika auf den Holzoberflächen der Sauna Flecken hinterlassen können.

📵 Kein Handy, keine Gespräche über 50 dB

Die Sauna ist ein Ruheort. Handys haben dort nichts verloren — weder für Anrufe noch für Fotos. Leise Unterhaltungen sind in Ordnung, lautes Lachen und Diskutieren nicht. Besonders während des Aufgusses wird vollständige Stille erwartet. Wer in der Sauna schwitzt, braucht keine Ablenkung — er braucht Stille.

🚪 Tür zu — immer und schnell

Die Saunatür muss stets zügig geschlossen werden. Wer sie offen stehen lässt — auch nur für 10 Sekunden — lässt kostbare Wärme entweichen und unterbricht das Raumklima für alle. Während eines laufenden Aufgusses betritt man die Sauna grundsätzlich nicht. Man wartet, bis der Aufguss beendet ist, und tritt danach ruhig ein.

📏 Platz nehmen und halten

Saunas haben Bänke auf verschiedenen Ebenen — oben ist es heißer, unten kühler. Als Neueinsteiger empfiehlt sich die untere oder mittlere Bank. Nicht mehr Platz belegen als nötig — das Saunatuch liegt unter dir, nicht wird als Raumreservierung ausgebreitet. Wenn es eng wird, rückt man zusammen.

⏱️ Nicht zu lange bleiben

Ein Saunagang dauert 8–15 Minuten — je nach persönlicher Toleranz, Temperatur und Erfahrung. Länger zu bleiben bringt keinen zusätzlichen Gesundheitsnutzen, erhöht aber das Risiko von Kreislaufproblemen. Wer wissen will, wie viele Saunagänge pro Woche optimal sind, findet in unserem Ratgeber Wie oft in die Sauna? ausführliche Empfehlungen.

❄️ Abkühlung gehört dazu

Nach jedem Saunagang folgt die Abkühlung — an der Luft, unter der kühlen Dusche oder im Tauchbecken. Diese Phase ist physiologisch genauso wichtig wie die Hitze selbst: Sie trainiert die Gefäße, regt die Durchblutung an und kühlt den Körper kontrolliert ab. Wer direkt nach der Sauna ins warme Wasser geht, verpasst diesen Effekt vollständig.

Duschen vor und nach dem Saunagang — Pflicht! Duschen vor und nach dem Saunagang — Pflicht!

👙 Tipps für Anfänger — Die Hemmschwelle überwinden

Die Hemmschwelle vor dem ersten Nackt-Saunagang ist real — das soll hier nicht kleingemacht werden. Fast jeder erfahrene Saunagänger kennt das Gefühl von damals. Aber fast jeder sagt auch: Nach dem ersten Mal war es weg. Für immer. Weil man in der Sauna schnell merkt, dass es dort schlicht kein Thema ist.

Warum die Scham in der Sauna schnell verblasst

In einer Saunaanlage schaut niemand auf andere Körper. Das klingt unglaubwürdig, ist aber physiologisch erklärbar: Bei 85–95 °C ist der Körper damit beschäftigt, zu thermoregulieren, zu schwitzen und den Kreislauf anzupassen. Das Gehirn fokussiert sich auf Körpersignale — nicht auf die Umgebung. Hinzu kommt: Alle sind in der gleichen Lage. Niemand ist besser oder schlechter als der andere — und das schafft eine erstaunliche soziale Entspannung.

Praktische Einstiegsstrategie

Für den ersten Besuch empfehle ich folgendes Vorgehen: Gehe zu einem bekannten Wellnessbereich mit großer Anlage — nicht zu einer kleinen, intimen Saunhütte, wo der soziale Druck enger ist. Nimm ein großes Saunatuch mit (mindestens 70 × 200 cm) und einen Bademantel für den Weg. Dusche vor dem ersten Gang. Betrete die Sauna selbstbewusst mit dem Tuch — nicht hastig, nicht schleichend. Lege das Tuch aus, setze dich und: atme. Nach zwei Minuten hat sich der erste Stress in Entspannung gewandelt.

Was außerdem hilft: Gehe mit einer erfahrenen Person zusammen. Ein Freund oder Partner, der die Sauna kennt, nimmt die Unsicherheit über Regeln und Abläufe weg. Oder: Besuche einen geführten Sauna-Abend für Anfänger — viele größere Anlagen bieten das explizit an.

Umgang mit dem eigenen Körper

Ein häufiger Irrtum: Nur Menschen mit "perfekten" Körpern gehen in die Sauna. Absolute Unsinnigkeit — in jeder Sauna sitzen Menschen aller Altersgruppen, Körperformen und Fitnesslevels nebeneinander. Die Sauna ist einer der wenigen öffentlichen Räume, in denen Körpervielfalt wirklich selbstverständlich ist. Wer die gesundheitlichen Vorteile der Sauna auf das Herz-Kreislauf-System, die Muskulatur und die Haut nutzen will, findet dazu ausführliche Informationen in unserem Ratgeber Sauna und Herz-Kreislauf.

Schrittweise Annäherung: Erst Bio-Sauna, dann Hauptsauna

Wer schrittweise vorgehen möchte: Starte mit der Bio-Sauna oder dem Dampfbad — dort sind die Temperaturen milder (50–65 °C), die Atmosphäre ruhiger, und die Räume oft etwas dunkler. Das gibt dem Körper und dem Kopf Zeit, sich an die Nacktheit zu gewöhnen, bevor man in die 90-Grad-Hauptsauna wechselt. Wer wissen will, welche Sauna-Temperatur für Einsteiger ideal ist, findet im verlinkten Artikel klare Empfehlungen.

🌍 Saunakilt & Bademantel — Sinnvolles Zubehör

Wer Nacktheit auf dem Weg zwischen Umkleide, Ruhebereich und Sauna vermeiden möchte, greift zu zwei unverzichtbaren Helfern: dem Saunakilt und dem Bademantel. Beide erfüllen unterschiedliche Funktionen und gehören zur Grundausstattung eines erfahrenen Saunagängers.

Der Saunakilt: Mehr als ein Lendentuch

Der Saunakilt — auch Saunasarong oder Saunawrap genannt — ist ein körperumschlingendes Tuch, das mit einem Klettverschluss oder Knopf befestigt wird. Er ist leichter und luftiger als ein Bademantel und eignet sich gut für den Weg von der Umkleide zur Sauna und zurück. In manchen Ländern (z.B. Südkorea, Japan) wird er auch in der Sauna selbst getragen — in Deutschland dient er ausschließlich als Laufbekleidung außerhalb der Saunakabine.

Ein guter Saunakilt ist aus Baumwollfrottee oder Leinen, schnelltrocknend und hat eine komfortable Breite von 80–90 cm. Für Männer gibt es kurze Kilt-Varianten, für Frauen oft länger geschnittene Versionen. Der Vorteil gegenüber dem Bademantel: Er trocknet schneller und ist kompakter im Rucksack.

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Der Bademantel: Für die Ruhephase

Nach dem Saunagang braucht der Körper 15–20 Minuten Ruhe — und dabei ist ein guter Bademantel Gold wert. Er hält die Körperwärme, nimmt Feuchtigkeit auf und vermittelt das Gefühl vollständiger Geborgenheit in der Ruhephase. Ein Bademantel aus 100 % Baumwollfrottee mit Kapuze ist die klassische Wahl — er wärmt ohne zu überhitzen und lässt sich einfach waschen.

Wer regelmäßig in Wellnesshotels übernachtet, kennt die Qualitätsunterschiede: Ein billiger Polyester-Bademantel ist schnell kalt und kratzig — ein guter Baumwoll-Bademantel macht die Ruhezeit zu einem echten Genuss. Meiner persönlichen Empfehlung zufolge lohnt sich die Investition von 30–60 Euro für ein qualitativ hochwertiges Modell.

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🌍 Internationale Saunakultur im Vergleich

Wer mit deutschen Saunagewohnheiten ins Ausland reist — oder umgekehrt als Gast aus anderen Ländern nach Deutschland kommt — erlebt oft einen echten Kulturschock. Die Regeln sind von Land zu Land fundamental verschieden, und Unwissenheit führt schnell zu peinlichen Momenten. Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Unterschiede:

Land / Region Kleidungsregel Gemischt? Besonderheit
🇩🇪 Deutschland Nackt (Pflicht) Ja, Standard Saunatuch Pflicht, FKK-Kultur
🇫🇮 Finnland Nackt (Tradition) Meist getrennt UNESCO-Erbe, löyly-Ritual
🇸🇪 Schweden/Norwegen Nackt (Norm) Oft getrennt Ähnlich Deutschland
🇷🇺 Russland (Banja) Nackt oder Handtuch Getrennt Besenritual (Wenik), soziales Ritual
🇰🇷 Südkorea (Jjimjilbang) Nackt (Badebereich) / Textil (Gemeinschaftsraum) Badebereich getrennt Familienorientiert, Schlafbereich im Wellnesszentrum
🇺🇸 USA Badekleidung (Standard) Gemischt, Textil Nacktheit selten bis verboten
🇬🇧 Großbritannien Badekleidung (Pflicht) Gemischt Wenig Sauna-Tradition, eher Dampfbad
🇹🇷 Türkei (Hamam) Pestemal (Tuch) Getrennt Dampfbad, Massagekultur

Was an dieser Übersicht auffällt: Deutschland ist im internationalen Vergleich kein Sonderfall, sondern eher Teil eines nordeuropäischen Blocks, in dem Nacktsauna Standard ist. Der wirkliche Bruch verläuft zwischen der nordeuropäischen und der angelsächsischen bzw. asiatischen Saunakultur. Wer in Finnland oder Schweden in die Sauna geht, erlebt ähnliche Regeln wie in Deutschland.

Für deutsche Saunagänger im Ausland gilt: Immer zuerst informieren. Eine Nacktsauna in einem amerikanischen Wellnesscenter zu besuchen — ohne zu wissen, dass dort Badekleidung vorgeschrieben ist — kann unangenehme Konsequenzen haben. Umgekehrt sollten ausländische Gäste in Deutschland wissen, dass die Nacktpflicht kein optionales Kulturangebot ist, sondern eine verbindliche Hausordnung.

💡 Gut zu wissen: Wer eine eigene Heimsauna plant, kann die Regeln natürlich selbst festlegen. In einer privaten Fasssauna im Garten oder einer Infrarotsauna zuhause entscheidet der Besitzer, ob Textil oder Nackt. Wer gesundheitliche Vorteile maximieren möchte, sollte aber auch privat auf das Saunatuch nicht verzichten — die Holzoberflächen danken es mit längerer Lebensdauer. Alles über Sauna-Knigge und Verhaltensregeln findet sich in unserem ausführlichen Ratgeber.

❓ FAQ — Häufige Fragen zu Nacktheit und Kleidung in der Sauna

Muss man in der deutschen Sauna nackt sein?

In den meisten deutschen Saunanlagen ist Nacktheit die Regel und ausdrücklich erwünscht — aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen. Badekleidung ist in klassischen Textilsaunen ausnahmsweise erlaubt, in der finnischen Aufgussauna aber häufig verboten. Wer sich unsicher ist, sollte vorab die Hausordnung der jeweiligen Anlage prüfen.

Warum ist Nacktheit in der deutschen Sauna Pflicht?

Die Nacktpflicht hat hygienische und physiologische Gründe: Textilien saugen Schweiß auf und bilden einen Nährboden für Bakterien und Pilze. Außerdem verhindert Kleidung das freie Schwitzen über die gesamte Körperoberfläche, was die Entgiftungswirkung der Sauna mindert. Das Saunatuch unter dem Körper übernimmt die Hygienefunktion vollständig.

Was ist eine Textilsauna?

Eine Textilsauna ist eine Saunaanlage oder ein Saunabereich, in dem Badekleidung ausdrücklich erlaubt oder vorgeschrieben ist. Sie ist besonders in Freibädern, Familienbädern und Hotelsaunen zu finden. Temperaturen sind oft etwas niedriger (60–75 °C), der Charakter weniger traditionell-finnisch. Die Bio-Sauna ist oft ein Übergangsbereich.

Brauche ich ein Saunatuch und wozu dient es?

Das Saunatuch ist in jeder Saunaanlage Pflicht — es wird unter dem gesamten Körper auf der Bank ausgebreitet und verhindert direkten Haut-zu-Holz-Kontakt. So schützt es die Bank vor Schweiß und Keimen. Ein gutes Saunatuch sollte mindestens 70 × 200 cm groß sein, schnell trocknen und saugfähig sein. Baumwollfrottee oder Leinen sind die besten Materialien.

Wie gehe ich als Anfänger mit Nacktheit in der Sauna um?

Die meisten Erstbesucher berichten, dass das anfängliche Unbehagen nach wenigen Minuten komplett verschwindet — denn in der Sauna schaut niemand auf andere. Alle sind mit sich selbst beschäftigt. Hilfreich ist es, die Umkleidekabine zu nutzen, das Saunatuch beim Gehen umzulegen und erfahrene Begleiter mitzunehmen. Nach dem ersten Gang ist die Hemmschwelle meist dauerhaft weg.

Darf man in der Sauna einen Bademantel tragen?

Einen Bademantel trägt man in der Saunakabine selbst nicht — er dient als Bekleidung zwischen Umkleide, Ruhebereich und Sauna. In der Saunakabine wird er außen aufgehängt. Ein guter Bademantel aus Baumwollfrottee ist ideal für die Ruhepause zwischen den Saunagängen. Für den Weg bietet sich alternativ ein Saunakilt an — leichter, schneller trocknend.

Alexander Krüger
Alexander Krüger — Sauna-Enthusiast und Kulturkenner mit über 12 Jahren Saunaerfahrung in Deutschland, Finnland und Skandinavien. Alexander kennt die Hemmschwellen von Anfängern aus eigener Erfahrung und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Saunakultur verständlich und einladend zu erklären — ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit klarem Fokus auf Regeln und Wirkung. Besitzer einer eigenen Fasssauna im Garten. 🔥

Quellen & Methodik

  1. Deutscher Sauna-Bund e.V.: „Saunaregeln und Hygienerichtlinien für öffentliche Saunaanlagen." Bielefeld, 2024.
  2. Suomen Saunaseura (Finnische Saunavereinigung): „Sauna Culture — Traditions and Modern Practice." Helsinki, 2023.
  3. Timo Laukkanen et al.: „Cardiovascular and Other Health Benefits of Sauna Bathing." Mayo Clinic Proceedings, 2018.
  4. Bundesverband Schwimmbad & Wellness e.V.: „Hygienestandards für Saunaanlagen in Deutschland." 2023.
  5. Hetti Byrd / International Sauna Association: „Global Sauna Survey — Rules and Customs Across Cultures." 2022.